Firmprojekt "Männer alleine im Wald"

Erlebnispädagogisches Firmprojekt für junge Männer mit erwachsenen, männlichen Begleitpersonen

Von Samstag, 20. auf Sonntag 21. Mai 2017 fand das Firmprojekt "Männer alleine im Wald!" in einem Waldstück in der Umgebung von Ilshofen statt. Ziel des Projektes ist es, die Firmlinge für die Themen "Initiation" und "Erwachsen werden" zu begeistern und gleichzeitig den Kontakt zu einem Mentor durch gemeinsame Erlebnisse zu stärken und zu intensivieren.

Teilgenommen haben Firmlinge gemeinsam mit ihren Bezugspersonen (in diesem Fall waren ausschließlich die Väter mit dabei), die sie beim Erwachsen werden unterstützen in Zweiergruppen. Als erste Aufgabe durften diese Duos gemeinsam mit Feuerstahl und Naturmaterialien ein kleines Feuer entzünden. Diese kleinen Feuer wurden dann in der Feuerschale zu einem großen "gemeinsam entzündeten Feuer" vereint. Dieses wurde natürlich gleich genutzt. um unsere erste Mahlzeit an der Lagerstelle zu bereiten.

Im Anschluss wurden die Themen Initiation allgemein, Bedeutung der Firmung und Initiationsriten bei Naturvölkern behandelt, sowie der Ablauf eines Rituals vorgestellt. (Konkreter Beginn und Ende durch Übertreten einer Schwelle; Wüstenzeit ohne äußere Ablenkung um sein Innerstes zu erspüren, Reflexionszeit um sich zukünftige Veränderungen bewusst zu machen; Verabschiedung von Bisherigem, um das Neue voll annehmen zu können).

In den anwesenden Zweiergruppen wurden dann unterschiedliche Unterkünfte für die Nacht im Wald ausprobiert, diese dann in der Großgruppe reflektiert und anschließend die Zweiergruppen in den Wald entlassen, um dort die Unterkunft für den Firmling vorzubereiten, in dem dieser dann die Nacht alleine verbracht hat.

Dann haben alle Teilnehmer gemeinsam die Schwelle für den Eintritt in das Ritual vorbereitet. Nach einer weiteren Essenspause wurden noch unterschiedliche Strategien zur Angstbewältigung besprochen, bevor die Firmlinge die Schwelle überschritten. Damit wurden sie in  ihre "Wüstenzeit", die sie komplett auf sich alleine gestellt im Wald verbrachten, entlassen. Dabei hatten sie unter anderem ein Tagebuch, um ihre Erlebnisse und Gedanken zu notieren und natürlich ein Angebot an Impulsfragen zu den bereits genannten Themen.

Abends an der Lagerstelle wurde mit den Mentoren noch diskutiert, wie wichtig das Mentorenamt für die weitere Entwicklung des Jugendlichen ist und auf welche Weisen dieses ausgefüllt werden kann. Die Mentoren wurden aufgefordert, auszuformulieren, was sie ihren Schützlingen mit auf den Weg geben möchten und wie sie diesen Weg unterstützen werden.

Am nächsten Vormittag wurde schweigend ein gemeinsames Frühstück eingenommen, bevor die Firmlinge gemeinsam mit ihren Mentoren die Nacht reflektierten. Danach kam die ganze Gruppe am Feuer zusammen, um sich über die Erlebnisse der Nacht auszutauschen.

Zum Abschluss konnten die Jugendlichen sich von etwas, das sie bewusst hinter sich lassen möchten vor der Gruppe symbolisch verabschieden, indem sie einen aus dem Wald mitgebrachten Gegenstand stellvertretend dem Feuer übergaben. Danach erhielten sie von ihren Begleitpersonen noch die persönlichen Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg. Anschließend wurde die Schwelle unter Applaus der Erwachsenen erneut überschritten.

Alle Teilnehmer hatten bei dem Projekt viel Spaß und konnten viele neue Erfahrungen sammeln.

 

Hier einige O-Töne der Teilnehmer

 

"Nachts, als ich mal aufgewacht bin, war ich dem Projekt gegenüber kritisch, was den Jungs da zugemutet wird. Aber am nächsten Morgen, als die Jungs dann erzählten war das genaue Gegenteil der Fall."

 

"Eine tolle Erfahrung während der Zeit und bestimmt auch für die Zeit danach!"

 

"Man ist sich auf jeden Fall nähergekommen."

 

"Das Projekt kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen!"